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Rail Cargo Hungaria ist bereit

am .

Intermodale Beförderung, entgeltfreie Ladezeiten, spezielle Getreidefrachtsätze im Ganzzugverkehr

In Vorbereitung auf die Agrarsaison wurde die Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Wagenparks mit praktisch unerschöpflicher Kapazität geschaffen - erklärte Imre Kovács, Vorstandsvorsitzender Generaldirektor der Rail Cargo Hungaria Zrt. im Interview mit der Fachzeitschrift Világgazdaság. Darüber hinaus wurden intermodale Lösungen unter Einbeziehung der Donauhäfen erarbeitet, um die störungsfreie Beförderung von Getreidesendungen zu gewährleisten. Er erklärte: das Unternehmen hat unzählige Maßnahmen getroffen, um die Wettbewerbsfähigkeit vom ungarischen Getreide auf dem internationalen Markt durch moderne Logistiklösungen zu fördern.

Die Rail Cargo Hungaria hat sich in jeder Hinsicht auf die in der Saison zu erwartende Belastung vorbereitet. Die Erfahrungen des ersten Quartals zeigen, dass der Markt der Zerealien vorerst gedrosselt ist. Bis Ende April wurden um 270 Tsd. Tonnen weniger Getreide befördert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das ist leicht nachvollziehbar, weil die Aufkaufspreise vom Speiseweizen und Mais in Ungarn seit Jahresbeginn sinken, und das Vorjahresniveau nicht erreichen. In den Interventionsspeichern sind etwa drei Millionen Tonnen Getreide eingelagert, der Terminplan von deren Versand ist von der Marktsituation und dem diesjährigen Ertrag abhängig. Wie auch immer sich die Umstände entwickeln, ist die Gesellschaft im Stande, die Anforderungen durch kontinuierliche Entwicklung des Betriebsmittelparks der Gesellschaft, durch die Erweiterung ihrer Wagenkapazitäten in der internationalen Bahnkooperation und durch die Steigerung ihrer Traktionskapazitäten zu erfüllen. Mit einem bedeutenderen Verkehrszuwachs um 50 bis 60 Tsd. - höchstens um 80 Tsd. - Tonnen wird ab September gerechnet. Von den zwölftausend Wagen der Gesellschaft sind 700 Stück spezielle Getreidewagen. Diese Wagenstückzahl genügt, um mehr als die Hälfte des durchschnittlichen jährlichen Getreideverkehrs abzuwickeln. Die darüber hinaus notwendigen Güterwagen werden bei anderen Bahngesellschaften gemietet, bzw. im Rahmen internationaler Kooperation gewährt. Mitte Mai wurde mit den kroatischen, slowenischen und italienischen Bahnen vereinbart, einen gemeinsamen Waggonpool (einen Fuhrpark zur gemeinsamen Nutzung) zustande zu bringen, der den Getreideexport nach Italien abwickelt - hat Imre Kovács mitgeteilt. Der Anteil von Ungarn und Italien beträgt je 40 %, die Slowenischen Eisenbahnen sind mit 20 Prozent beteiligt. Auch die Entgelte sind vereinbart, so ist es möglich, die Zusammenarbeit bei Bedarf unverzüglich zu starten.

Eine ebenso neue Entwicklung ist, dass es auch mit der Deutschen Bahn, der DB, vereinbart wurde, die Bedingungen der Getreidebeförderung nach Westeuropa zu verbessern. In diesem Sinne wurde auch mit der DB ein Waggonpool mit einem Beteiligungsanteil von je 50 % gegründet, der in Abhängigkeit von der Nachfrage benutzt wird. Der Konzern mit der Muttergesellschaft Rail Cargo Austria verfügt insgesamt über 30 Tsd. Wagen, die Palette der eigenen Möglichkeiten ist also auch äußerst breit. In diesem Jahr hat Rail Cargo Hungaria eine neue Ära ihrer Entwicklung begonnen: es wird ein wettbewerbsfähiges modernes Unternehmen ausgebaut, mit flexiblen Dienstleistungen im Angebot. Aus diesem Zweck wird die eigene Traktionsfähigkeit entwickelt, wodurch es ermöglicht wird, sich von Kapazitätsproblemen anderer Unternehmen zum Teil unabhängig zu machen. Zurzeit werden die modernen Elektrolokomotiven, von denen dem Unternehmen im Moment 23 Stück, bis zum Jahresende 29 Stück zur Verfügung stehen, von etwa hundert erfahrenen, hochqualifizierten Triebfahrzeugführern geführt. Dasselbe Ziel verfolgt die Gesellschaft bei der Implementierung der zurzeit bekannten modernsten IT-Systemen der Steuerung von Prozessabläufen. Diese ermöglichen unter anderem, dass die Kunden ihre Logistikaufgaben mit weniger Materialaufwand organisieren. Ein Beispiel für die wirtschaftliche Bedeutung der IT-Maßnahmen ist die Einführung eines Systems zur Verkehrsoptimierung.

Im Ergebnis davon hat die Gesellschaft die zum Erreichen der Zielbahnhöfe erforderliche Kilometeranzahl, und anteilsmäßig auch die Kosten der verwendeten Energie, das Schienennutzungsentgelt und natürlich auch die Beförderungszeit im Schnitt um 17 % verringert. Um effiziente Leistungen zu gewährleisten, wird auch nach anderen Lösungen gesucht: es wird mit den Beförderern auf dem Wasserwege zusammengearbeitet. In den Spitzenzeiten der Getreidebeförderung werden die Sendungen in die Häfen Csepel, Baja, Adony geliefert, auf dem Wasserwege erfolgt die Weiterberförderung in die Bestimmungshäfen. Die wichtigsten sind Koper, Rijeka und Constanţa. Um diese Bestrebungen realisieren zu können, werden von unserer Tochtergesellschaft Rail Service Hungaria Kft. (bisher unter dem Namen MÁV Kombiterminál Kft. bekannt) vorangeschrittene Verhandlungen geführt, mit dem Ziel, einen Anteil am Betreiben des Hafens Adony im Interesse der Steigerung des Schienenexportverkehrs zu erwerben. In Vorbereitung auf die diesjährige Saison wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen, die die Situation ihrer Kunden erleichtern und zugleich der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Gesellschaft dienen, so der Vorstandsvorsitzende Generaldirektor. Von den Maßnahmen hat er erwähnt, dass sie den Kunden 24 Stunden entgeltbefreite Verladezeit zur Verfügung stellen, und bei der Beförderung von Ganzzügen einen spezifischen Getreidetarif garantieren. Ein Element dieses Tarifs stellen die degressiven Frachtsätze dar, wobei die Entgeltseinheiten bei steigender Entfernung und Gütermenge unterproportional zunehmen. Imre Kovács hat auch darüber gesprochen, dass Rail Cargo Hungaria ihre Tätigkeit in sämtlichen Bereichen optimiert, was vom Markt positiv aufgenommen wird. Ein Beweis dafür ist, dass die Auftraggeber im ersten Quartal die marktführende Schienengütertransportgesellschaft mit einem um 10 % größeren Transportvolumen als ein Jahr zuvor beauftragt haben. 

(Világgazdaság, 02.06.2010, Mittwoch, Seite 9)